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Diabetes in der Zahnarztpraxis

Die Volkskrankheit Diabetes ist auch Problem in der Zahnarztpraxis

Diabetes in der Zahnarztpraxis Immer mehr Menschen leiden an der Zuckerkrankheit, die Zahl der Diabetespatienten deutschlandweit steigt stetig. Bereits 2007 wurden mehr als sechs Millionen an Diabetes erkrankte Patienten in Deutschland therapiert. Aktuellere Zahlen gibt es bisher nicht. Es wird vermutet, dass sich die Erkrankungszahlen bis heute deutlich erhöht haben. Bei etwa 90 Prozent aller Diabetesfälle handelt es sich um einen Typ-2-Diabetes. Problematisch hierfür ist, dass vermutlich nur die Hälfte aller Erkrankten erkannt werden. Diabetiker haben ein dreifach höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Sie weisen zudem eine beschleunigte Progression parodontaler Erkrankungen auf. Ebenso ist eine reduzierte Therapieantwort auf eine Parodontitistherapie zu verzeichnen, was zu einem schwereren Krankheitsverlauf bei Diabetespatienten führen kann.

Gerade deshalb ist die Parodontitis-Füherkennung bei Patienten mit Diabetes so wichtig. Ein parodontal erkrankter Patient ist schwieriger medikamentös einzustellen. Für den Diabetologen ist es einfacher die Diät, Insulinmenge oder Medikation eines parodontal gesunden Patienten festzulegen.

Im Idealfall erfolgt vor Beginn des Diabetestherapie eine parodontale Therapie, denn parodontale Erkrankungen und Diabetes beeinflussen sich gegenseitig, wie einige Studien belegen. Mit Zunahme der Sondierungstiefe oder des entzündeten Parodontalen-Stützgewebes steigt auch der HBa1c-Wert bei Diabetikern an. Zudem erhöht sich die Insulinresistenz des Gewebes und erschwert so die Einstellung des Blutzuckers.

Ein über einen längeren Zeitraum schlecht eingestellter Diabetiker kann nicht nur ein parodontales Problem entwickeln, sondern es drohen ihm auch unangenehme Spätfolgen wie z.B. eine Mikroangiopathie. Hierbei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung der kleinen arteriellen Blutgefäße, wodurch verschiedene Organe geschädigt werden können. Besonders betroffen sind davon die Netzhaut oder die Nieren. In der Untersuchung von Alkozai konnte beobachtet werden, dass eine effektive und erfolgreiche Parodontaltherapie die glykämisch Einstellung und die Therapie eines Diabetikers positiv beeinflusst. „Eine Behandlung sollte einen ganzheitlichen Ansatz der Zahnmedizin und der Diabetologie verfolgen“

Deshalb ist auch ein engmaschiges RECALL notwendig. Dadurch ist ein entgleisen des Krankheitsverlaufes rechtzeitig abzufangen und evtl. ein Feedback dem behandelten Hausarzt zu übermitteln. Hierbei sollte der Intervall nicht mehr als sechs Monate betragen.

Allen Diabetikern ist zu empfehlen eine sehr gute häusliche Mundhygiene zu betreiben, regelmäßige parodontale Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen, und abhängig vom individuellen Erkrankungsrisiko professionelle Zahnreinigungen durchführen zu lassen.

Somit ist die Gesundheitsprognose für einen gut eingestellten Diabetiker ebenso wie für  einen Nicht-Diabetiker!

03/2013 – Dr. Th. Dobbertin
Eschersheimer Landstraße 34, 60322 Frankfurt/M, Tel.: 069 / 955 30 255, www.zahnpraxis-frankfurt.de

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