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Der negative Einfluss von Zuckern und Säuren aus Nahrungsmitteln auf die Zahngesundheit

Der negative Einfluss von Zuckern und Säuren aus Nahrungsmitteln auf die Zahngesundheit

Nahrungszusätze wie übermäßiger Zucker und Säuren können die Zahngesundheit nachhaltig schädigen. Der menschliche Speichel dient bei der Nahrungsaufnahme als natürlicher Schutzfilm und sorgt für eine anfängliche Neutralisation der Speisen. Neben dieser pH-Wert Angleichung stellt der Speichel auch Kalzium- und Phosphat Ionen für die Remineralisierung der Zahnsubstanz bereit.

Bei direktem Kontakt von Zuckern und Säuren mit dem Zahnschmelz kann es zu dentalen Erosionen kommen. Dies ist ein zunehmendes Problem, dass Zahnärzte und Patienten beschäftigt. Hierdurch wird die Zahnsubstanz irreversibel geschädigt, und die Zahnoberfläche aufgeraut. Bakterien sind an diesem Vorgang nicht beteiligt, im Gegensatz zu Karies bei dem bakterienbedingte Säuren die Ursache sind.

Daraus ist zu schließen, dass je mehr Speichel fließt, desto höher der natürliche Schutz für die Zähne ist. Deshalb ist zu empfehlen, die aufgenommene Nahrung gut durchzukauen (pro Biss ca. 32x), denn selbst dadurch wird die Speichelflussrate erhöht. Als Alternative gelten zuckerfreie Kaugummis nach der Nahrungsaufnahme oder für zwischendurch.

Weiter ist zu empfehlen, während und nach dem Essen mit Wasser nachzuspülen. Es kann dabei auch auf eine flouridhaltige Mundspüllösung zurückgegriffen werden, da diese die Remineralisierung der Zähne fördert.

Ein erhöhtes Risiko für Erosionen besteht nicht nur bei übermäßigem Verzehr von säurehaltigen Produkten, sondern besonders auch bei Patienten mit einer Refluxerkrankung oder Bulimie, da bei ihnen aggressive Magensäure in den Mundraum gelangt.

Für Erosinspatienten ist zu empfehlen, dass mit dem Zähneputzen nach der Nahrungsaufnahme etwa 30min abgewartet wird, damit der Speichel genügend Zeit hat, die Säure durch körpereigenes Bicarbonat zu neutralisieren. Durch Säureeinwirkung auf den Zahn, werden Schmelzprisen gelockert. Der Speichel sorgt dann mittels seiner Inhaltsstoffe wie bestimmten Aminosäureverbindungen, aber auch mineralischen Stoffen, dass diese zuvor gelockerten Schmelzprismen sich wieder verdichten. Wenn nun aber ein zusätzlicher mechanischer Abrieb durch das Zähneputzen erfolgen würde, könnte man den Zahn nur noch mehr schädigen.

Eine anhaltende Erosion kann dazu führen, dass Zähne schmerzempfindlicher werden, und noch intensiver auf äußere Reize, egal ob thermisch, chemisch, mechanisch oder osmotisch, reagieren. Dies kann dann daran liegen, dass Reizleiterkanälchen, sogenannte Dentintubuli, freigelegt wurden. Bei leichter Symptomatik kann auf die Anwendung häuslicher Produkte wie desensibilisierende und remineralisierende Zahnpasten und Mundspüllösungen zurückgegriffen werden. Häufig bilden Zahnpasten und Mundspüllösungen gleicher Marke einen synergistischen Effekt. Sollte sich diese Symptomatik jedoch in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, so müssen eventuell oben genannte Dentintubuli adhäsiv verschlossen werden.

Bei Feststellen einer solchen Problematik wenden Sie sich bitte rechtzeitig an unser Praxisteam.

Ihr Dr. Th. Dobbertin

09/2015 – Dr. Th. Dobbertin
Eschersheimer Landstraße 34, 60322 Frankfurt/M, Tel.: 069 / 955 30 255, www.zahnpraxis-frankfurt.de

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