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Arzneimittel im täglichen Gebrauch

Arzneimittel im täglichen Gebrauch

Wenn auf dem Beipackpackzettel geschrieben ist, dass die Arznei nach dem Essen eingenommen werden soll, so heißt das, dass mindestens 30 Minuten nach der Mahlzeit abgewartet werden sollten. Dies liegt daran, dass bestimmte Nahrungsinhaltsstoffe die Wirkung von Medikamenten herabsetzen können.

Medikamenteneinnahme muss ebenso pünktlich wie exakt nach Verordnung des Arztes durchgeführt werden. „Zweimal am Tag“ bedeutet dabei alle zwölf Stunden, und „Einnahme dreimal täglich“ heißt alle acht Stunden das Präparat einzunehmen. Dabei sollte selbstverständlich auch die Schlafenszeit mit bedacht werden.

Unterschiedliche Medikamente sollten auch je nach Empfehlung des Beipackzettels oder Ihres behandelnden Arztes auch zu unterschiedlichen Tageszeiten eingenommen werde, damit sie ihre Wirkung am besten entfalten können. Blutdrucksenker sollten meist am Morgen direkt nach dem Aufstehen dem Körper zugeführt werden, denn dann ist der Blutdruck am Steigen. Cortison enthaltene Präparate sollten zwischen 7 und 9 Uhr morgens eingenommen werden, damit der Körper den natürlichen Verlauf der Cortisolkonzentrationskurve über den Tagesverlauf beibehält. Cholesterinsenkende Arzneimittel sollten hingegen abends eingenommen werden, weil der Körper während des Schlafens das meiste Cholesterin bildet.

Mineralwasser ist nicht immer die beste Wahl, wenn es darum geht eine Tablette herunter zu spülen. Am besten greift man auf kohlensäurearmes Leitungswasser zurück. Das in Mineralwasser enthaltene Kalzium kann nämlich insbesondere bei Antibiotika oder Mitteln gegen Knochenschwund Klümpchen bilden, was dazu führt, dass das Medikament nicht oder nur verspätet seine volle Wirkung entfalten kann. Auch wird empfohlen mit mindestens 0,2L, also einem vollen Glas, Leitungswasser nachzuspülen.

Bei Patienten, die Blutverdünner wie Marcumar® oder ASS nehmen, können Vitamin-K-haltige Gemüse (Brokkoli, Kopfsalat, Spinat, Bohnen) zu Problem werden, da diese die Bildung von Gerinnungsfaktoren fördern, also dem Präparat entgegenwirken. Folge dabei können im schlimmsten Falle Thrombosen oder ein Schlaganfall sein.

Auch wenn man sich als Patient, schon nach kurzer Zeit unter Einnahme eines Medikamentes, insbesondere bei Antibiotika, besser fühlt, sollte es weiter so eingenommen werden, wie vom Arzt empfohlen. Viele Bakterien können nämlich Resistenzen entwickeln, wenn die Dosis des Präparates absinkt, und dann kann die Krankheit schneller und stärker zurückkommen als zuvor.

Bei Präparaten die Johanniskraut enthalten oder einigen Antibiotika, soll die Aussetzung der Haut gegenüber der Sonne so gering wie möglich gehalten werden, da die UV-Strahlung (besonders UV B und UV C) schnell zu schmerzhaften Rötungen und Blasenbildung führen kann.

Grundsätzlich sollte man sich auch darüber informieren, wann das Medikament wirkt, und danach seinen Tag planen. Es gibt nämlich Präparate mit der Zusatzbezeichnung „forte“ (d.h. stark wirkend) und „retard“ (d.h. mit verzögerter Wirkung).

Ebenso ist zu empfehlen, den Beipackzettel immer gründlich zu lesen und bei Unklarheiten den zuständigen Arzt zu konsultieren. Es gibt nämlich Nahrungsmittel oder andere Medikamente, die die Wirkung aufheben, so auch Johanniskraut in Bezug auf die Antibabypille, da es den Östrogenspiegel herabsetzt.

Ärzte können Arzneimittel auch unabhängig von der jeweiligen Zulassung einsetzen, deshalb kann es vorkommen, dass Ihre explizite Krankheit nicht auf dem Beipackzettel aufgeführt ist, dieses Medikament aber auch für Ihre Belange wirkt.

Ihr Dr. Th. Dobbertin

12/2015 – Dr. Th. Dobbertin
Eschersheimer Landstraße 34, 60322 Frankfurt/M, Tel.: 069 / 955 30 255, www.zahnpraxis-frankfurt.de

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