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Neue fachübergreifende Erkenntnisse aus den Bereichen der Medizin/Zahnmedizin

Neue fachübergreifende Erkenntnisse aus den Bereichen der Medizin/Zahnmedizin

Parodontitis erhöht das Risiko für Schlaganfall 

Seit einigen Jahren lassen sich Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Allgemeinerkranken erkennen. Verursacht durch einen bakteriellen Biofilm und begünstigt von der Antwort des Immunsystems führt dies zu einem Gewebeabbau. Dabei ist die schwere, ausgeprägte Paradontitis mit etwa 20% bis 35 % in unserer Bevölkerung weit verbreitet und stellt den Hauptgrund für Zahnverlust ab einem mittleren Lebensalter dar. Hier ist eine ursachengerichtete  und antiinfektiöse Therapie für eine erfolgreiche Behandlung ausschlaggebend. Diese Infektionskrankheit führt zu einer Erhöhung der hs-CRP Werte (tödlich ab 2mg/l). Parodontitis, die mit Knochenverlust einhergeht, erhöht demnach das Schlaganfallrisiko um bis das Fünffache. Es hat sich als sinnvoll erwiesen Parodontitis Patienten auf Raucherentwöhnung, Gewichtsverlust, Blutdruck- sowie Blutzuckerkontrollen anzusprechen, da auch diese mit einander in Verbindung stehen und die Allgemeingesundheit negativ beeinflussen.

Gehäuftes Auftreten von Karzinomen

Während die meisten Ursachen einer Krebserkrankung auf äußere Einflüsse zurückzuführen sind, kann aber auch eine Paradontitis nach neuesten Forschungserkenntnissen eine Tumorbildung begünstigen. So haben Patienten mit einer Paradontitis eine 15 bis 55 prozentige höhere Krebserkrankungsrate als solche ohne Parodontitis. Besonders lassen sich dabei Verbindungen zu Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Tumoren im Blutkreislauf oder der Speiseröhre erkennen. Nach neuestem Wissensstandes werden durch die chronische Erkrankung einer solchen Parodontitis Nitrosamine freigesetzt, welche direkt Zellen angreifen können und somit einen Tumor bilden. Die umfangreiche Zahnhygiene und –Prophylaxe ist dabei eine wichtige Grundlage für die Tumorprävention.

Mikrobiologie und Infektiologie der Parodontitis

Die menschliche Mundhöhle beheimatet rund 500 verschiedene Bakterienarten, wobei deren Zusammensetzung je nach Patient variiert. Bei einer Veränderung der ökologischen Lebensbedingung dieser Bakterien in unserem Mund, ändert sich auch das Verhältnis der verschiedenen Bakterienpopulationen zu einander und sogenannte parodontale Leitkeime nehmen überhand. Diese treiben dann den Vorgang der Infektion welcher zu der Parodontitis führt voran, wobei diese Infektion nicht allein auf die Mundhöhle beschränkt sein muss. Diese kann sich, sofern nicht frühzeitig erkannt, auf alle erdenklichen Organsysteme ausbreiten und stellt so ein erhebliches Gesundheitsrisiko für uns dar.

Prävention von Herz- und Gefäßerkrankungen durch Zahnärzte 

Chronisch bakterielle Infektion der Paradontitis begünstigt die Plaque-Bildung in den Blutgefäßen. Bei einer erhöhten Plaque-Anlagerung im Gefäßsystem kann es zu Verengung dieser kommen, welches durchaus zu Bluthochdruck-Krankheiten aber auch Infarkten führen kann. Dies beeinflusst nun zunehmend mehr das menschliche Immunsystem, da dieses mit dem Abbau der Plaques überfordert ist und sich eine Parodontitis dann ohne volle Gegenwehr des Immunsystems ausbreiten kann. Weiter könnten sich in Extremfällen diese Insuffizienzen auf die Organfähigkeiten und deren Leistung auswirken und so zu Unterfunktionen bzw. Destruktionen führen.

Zahn- und Stoffwechselmediziner sollten kooperieren 

Zahlreiche Studien belegen eine enge Verbindung zwischen den beiden chronischen Krankheiten Paradontitis und Diabetes mellitus. Zum Einen begünstigt Diabetes die Entstehen und Progression von Paradontitis, aber auch gegensätzlich erschwert eine Parodontitis die Kontrolle des Blutzuckerspiegels eines Diabetes-Patienten. Hierbei ist nur eine frühzeitige Behandlung beider Erkrankungen zu empfehlen, sodass sich diese beiden Krankheitsbilder nicht gegenseitig verstärken können und dem Patienten unnötig Schaden zufügen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll sowohl als behandelnder Zahnarzt im Interesse des Patienten die Parodontitis gründlich und ursachenorientiert zu behandeln, und sich über mögliche andere Krankheiten des Patienten zu informieren, denn diese könnten in unmittelbarem Zusammenhang mit der zu behandelnden Parodontitis stehen.

Empfehlung: Eine Parodontitis-Diagnostik im sechsmonatigen Intervall, verbunden mit einer professionellen Zahnreinigung die zur Parodontitis-Prophylaxe dient, schützt Sie vor frühzeitigem Zahnverlust und die Beeinflussung Ihrer Gesundheit durch Paradontitis.

08/2012 – Dr. Th. Dobbertin
Eschersheimer Landstraße 34, 60322 Frankfurt/M, Tel.: 069 / 955 30 255, www.zahnpraxis-frankfurt.de

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